Wie lange dauert etwa der Jakobsweg

Wie lange dauert der Jakobsweg?

Insgesamt sollte man mit etwa 3 Monaten rechnen.

3

Monate

Der Jakobsweg im Detail

Es gibt wohl kaum einen bekannteren und berühmteren Pilgerweg als den Jakobsweg. Vielleicht auch kaum einen schöneren Pilgerweg, denn allein schon die Route ist reizvoll. Es ist eine besondere Reise, die man antritt. Schon die Frage, von wo aus gestartet werden soll, löst lange Diskussionen aus.

Spanien, Portugal, Frankreich? Nicht alle Wege führen bekanntlich nach Rom, aber der Jakobsweg führt definitiv nach Santiago de Compostela. Man sollte aber etwas genauer sein, wenn man über seine Reisepläne spricht. Den Jakobsweg im engeren Sinne gibt es nicht.

Das Reisenetz ist vielseitig und jede Route hat ihre Vor- und Nachteile. Und daraus leitet sich dann die nächste Frage ab: Wie lange dauert der Jakobsweg eigentlich? Das ist abhängig von der gewählten Reiseroute.

Ursprünglich pilgerten die Menschen los und ahnten nicht, wie komfortabel es in späteren Jahrhunderten sein würde, sich auf den Jakobsweg zu machen. Und sie konnten von Santiago de Compostela aus nicht ins nächste Flugzeug steigen, sondern mussten die zurückgelegte Wegstrecke erneut bewältigen. Das macht heute kaum noch jemand. Viele entscheiden sich für eine bewusste Auszeit, nehmen sich entsprechend Zeit. Heute ist es leichter, Teilabschnitte auszuwählen, begonnene Routen im nächsten Jahr fortzuführen – Pilgern light sozusagen. Hauptsache, man startet den Jakobsweg aus vollem Herzen und nicht, um anderen etwas zu beweisen. Es dauert einige Zeit, die ungefähr 800 Kilometer lange Strecke zu Fuß zu bewältigen.

Es ist nicht sinnvoll, die Tagesetappen rasch hinter sich bringen. Die Gefahr der Überforderung und eines vorzeitigen Abbruchs sind ungleich höher, wenn die Vorbereitung nicht gewissenhaft und vor allem realistisch erfolgt. Weiters sollten die Unterkünfte bekannt sein. Viele buchen sich bereits mit einem Service ein, der das Gepäck von Herberge zu Herberge bringt. Auch das ist eine Neuerung, die die früheren Pilger nicht genießen konnten.

Die Dauer des Jakobwegs hängt von vielen Faktoren ab. Generell kann man sagen, dass man ab Ländern wie Österreich, der Schweiz oder Deutschland für die komplette Strecke bis zum glorreichen Höhenpunkt und der Segnung in Santiago de Compostela mit einer Reisedauer von gut und gerne drei Monaten rechnen sollte. Starten Sie von Wien oder Rostock dauert der Jakobsweg natürlich länger als von Genf aus. Als Faustregel gilt, dass man ab der Grenze zu Spanien ungefähr fünf Wochen einkalkulieren sollte, bis man Santiago de Compostela erreicht hat.

Sinnvolle Tagesetappen planen

Je nach Kondition sollten sich ungeübtere Wanderer maximal 20 Kilometer am Tag zutrauen. Geübte Pilger werden vielleicht 25 bis 30 Tageskilometer zurücklegen, aber man sollte sich von solchen Äußerungen nicht irritieren, anstacheln oder gar verunsichern lassen. Jeder muss auf diesem Weg sein eigenes Ziel, ergo auch sein eigenes Tempo finden.

Widrigkeiten wie Blasen, schlechtes Wetter oder Lust, an einem Ort länger zu verweilen oder ein langsameres Gehtempo zu gehen, fordern ihren Tribut. Also auf keinen Fall unter Druck setzen lassen, sich selbst zu hohe Ziele stecken, sondern lieber die ersten Tage absolvieren und anpassen. Da hat man schon einige Erfahrungen gesammelt, wie der neue Tagesablauf funktioniert und wie es dem eigenen Körper dabei geht.

Nicht jede Strecke ist gleich, also Augen auf und genießen!

Ein ganz besonderer Weg. Der JakobswegEs lässt sich vieles planen, aber man sollte sich wohl gerade bei einem Wanderweg wie dem Jakobsweg genügend Zeit schenken, um sich von jeglichem Druck oder zu hohen Erwartungen zu befreien. Obwohl der Jakobsweg keine übermäßig anspruchsvollen Abschnitte hat, gibt es doch immer wieder An- und Abstiege, die herausfordernd sind und sich nicht nach dem geplanten Tagessoll abhaken lassen. Eines der Geheimnisse dieser Wanderung ist zweifelsohne, zu lernen auf den eigenen Körper zu hören und Warnsignale, aber auch Sehnsüchte, deutlicher wahrzunehmen. So kann man eine unglaubliche Erfahrung machen, deren Einfluss sich auch nach dieser unvergesslichen Reise bemerkbar machen wird.

Es wird Tagesetappen gehen, an denen man sich abends fragt, wieso es nicht länger dauerte. Trotzdem ist es sinnvoll, einen Rhythmus zu finden und wenn sich dieser bewährt, einfach dabeibleiben. Schließlich warten noch hunderte Kilometer mehr, die vor einem liegen. Grundsätzlich ist es gut, sich immer wieder kleine Motivationshilfen zu suchen. Oftmals begegnet man neuen, interessanten Menschen und teilt für einige Kilometer den Wunsch, bald anzukommen und sich auszutauschen. Auch das ist ein Pluspunkt, wenn man auf dem Jakobsweg unterwegs ist. Mal allein gehen, zu zweit, in einer Gruppe, ganz nach Belieben und dem eigenen Wohlfühltempo.

Zu sich kommen, ohne Druck wandern!

Einmal aus der Tretmühle heraus, merkt man oft erst auf der Hälfte des Weges, dass man sich doch ganz schön unter Druck setzt. Also Druck raus, Entspannung und Aufmerksamkeit rein! Das ist wie im Urlaub. Zuvor waren die Tage erfüllt mit Stress, den Kollegen alles ordentlich zu übergeben, die Koffer zu packen, das Auto fahrbereit zu kriegen und kaum ist man endlich fern der Heimat, kann man nicht abschalten.

Am Jakobsweg ist das etwas anders. Diese Tage unterwegs sind ideal, um sich selbst zu finden, über vieles nachzudenken und manchmal auch gar nichts zu denken, sondern einfach zu beobachten, zu reflektieren. Es bedarf nicht überall und jederzeit Worte oder Gesten.

Als Frau unterwegs – die beste Pilgerzeit – Fragen über Fragen

Übrigens pilgern viele Frauen allein. Wer also überlegt, ob es nicht besser wäre, sich Begleitung zu suchen? Warum nicht, aber in Zeiten, wo der Jakobsweg ohnehin stark frequentiert ist, sollte man die Chance nützen, sich dieses Abenteuer mit sich selbst zu gönnen. Die Spanier begegnen den „heiligen Menschen“, den Pilgern, meist sehr freundlich. Ob Frau oder nicht, man sollte sich nicht aus Angst oder Unsicherheit von diesem einzigartigen Wagnis abhalten lassen. Gesunder Menschenverstand reicht völlig und keine Sorge, ein Spanischkurs ist vor dem Aufbruch nicht notwendig.

Die Hauptfrequenz sind die Sommermonate, in denen die Spanier ihre Ferien haben. Die Pilgerurkunde, die Compostela, erhalten alle Pilger, die die letzten 100 Kilometer vor Santiago de Compostela absolvieren. In einem sogenannten Heiligen Jahr ist die Nachfrage auch höher. Als Heiliges Jahr wird ein Jahr bezeichnet, in dem der Jakobstag, der 25. Juli, auf den Sonntag fällt. In diesen Jahren werden Pilgern von der katholischen Kirche alle Sünden erlassen. Vorausgesetzt, sie bereuen diese und pilgern zur Buße bis Santiago.

Die Kathedrale wird dann von der hinteren Pforte, der Puerte del Perdóne – Tor der Vergebung – betreten. Ein außergewöhnlicher Abschluss ist das Schwenken des Weihrauchkessels, was nicht jedes Jahr geschieht.

Wichtige Fakten für die Planung

Durchtrainierte Pilger schaffen die Strecke in knapp 25 Tagen, aber in der Ruhe liegt die Kraft oder in der Muse. Die meisten Pilger wandern zwischen 30 bis 40 Tagen und legen täglich in etwa 20 bis 27 Kilometer zurück. Ruhetage einzuplanen ist keine Zeitverschwendung, sondern notwendig. Am schönsten sind solche Stopps in sehenswerten Städten wie Leon, Burgos oder Pamplona. Ein Tagebuch, zumindest in Kilometern, verschafft Überblick über die bereits absolvierte Distanz, denn auch die schönste Reise hat einmal ein Ende.

Einen gewissen Zeitplan sollte man also schon im Hinterkopf behalten, zumal es vielleicht einen fix gebuchten Rückflug gibt. 30 bis 40 Urlaubstage zu nehmen ist nicht für jedermann möglich. Wer vielleicht zwei bis drei Wochen Zeit findet, könnte mit einer Etappe von Saint-Jean-Pied-de-Port bis nach Burgos starten, von dort im nächsten Jahr die Strecke nach Leon pilgern und im abschließenden Jahr von Leon nach Santiago de Compostela.

Wie auch immer, die Pilgerfahrt genießen und bis zu den letzten Schritten auskosten, denn so ein Abenteuer macht man möglicherweise nur einmal und zehrt von diesen Erinnerungen im Idealfall sein Leben lang.

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