Wie lange dauerte der 30 jährige Krieg?

Der Krieg begann im Jahr 1618. Beendet war der Krieg in 1648.
30

Jahre

Der 30 jährige Krieg im Detail

Bei der Bezeichnung 30 jähriger Krieg handelt es sich nicht um eine Auf- oder Abrundung. Der Krieg dauerte tatsächlich 30 Jahre und begann im Jahr 1618. Beendet war der Krieg in 1648.

 Das Interessante ist die Zusammensetzung der Kriegsführung, die sich bei diesem Konflikt aus vier aufeinander folgenden Kriegen ergibt. Beim 30 jährigen Krieg handelte es sich um einen Religionskonflikt, in dem verschiedene Nationen nacheinander einstiegen und die Kriegshandlungen auf die gesamte europäische Ebene ausweiteten.

Der Galgenbaum – Darstellung von Kriegsgräueln nach Jacques Callot (1632)

Der Galgenbaum – Darstellung von Kriegsgräueln nach Jacques Callot (1632)

Beginn und Auslöser des 30 jährigen Krieges

Wäre es am 23. Mai 1618 nicht zum „Prager Fenstersturz“ gekommen, hätte der 30 jährige Krieg wahrscheinlich gar nicht stattgefunden. Doch diese Auslöser brachte die protestantischen böhmischen Stände dazu, aufständisch zu werden und sich gegen den böhmischen König und dessen Rekatholisierungsversuche aufzulehnen.

Kaum war ein Konflikt ausgestanden und die Situation schien geklärt, folgte ein weiterer Aufstand und sorgte für die Fortführung der Kriegshandlungen. In der Geschichtswissenschaft werden die vier Konflikte nach den jeweiligen Gegnern der Aufstände benannt und richteten sich primär gegen die Machthaber der Länder.

Die erste Etappe des Krieges war der Aufstand gegen die Habsburger Mächte, der in der Geschichtshistorik als böhmisch-pfälzischer Krieg bezeichnet wird. Die zweite Etappe war der dänisch-niedersächsische und der dritte Konflikt der Schwedische Krieg. Als letzte Kriegshandlung gerieten Schweden und Frankreich aneinander und bekämpften sich bis zum Jahr 1648. Zwei Versuche der Beendigung des 30 jährigen Krieges scheiterten.

Sowohl der Friede von Lübeck im Jahr 1629 und der Friede von Prag in 1635 konnten den Krieg nicht aufhalten. Erst der gesamteuropäische Friedenskongress von 1641-1648 brachte Ruhe und trug zur Beendigung der Kriegshandlungen bei.

Festlegung neuer Machtpositionen

Die Balance der Mächte musste neu austariert werden. Aus diesem Grund entstand eine neue Verfassungsordnung, deren Gültigkeit bis ins Jahr 1806 nicht angezweifelt wurde.

Inhalt der Verfassung war unter anderem die Balance zwischen der Macht des Kaisers und den Reichsständen. Weiter kam es zu Gebietsabtretungen von Frankreich an Schweden und den Ausschied der Vereinigten Niederlande sowie der Eidgenossenschaft Schweiz aus dem damaligen Reichsverband.

Größtenteils fanden die Schlachten und Feldzüge auf dem Gebiet des Römischen Reiches statt. Doch die Nachwirkungen und Begleiterscheinungen des 30 jährigen Krieges verblieben nicht im Heiligen Römischen Reich, sondern wirken sich auf den gesamteuropäischen Raum aus. Bis zum 24. Oktober 1648, dem offiziellen Ende des 30 jährigen Krieges, sorgten Seuchen und Hunger für die Ausrottung ganzer Landstriche.

Vor allem Süddeutschland war hart getroffen und verzeichnete nach dem 30 jährigen Krieg eine Bevölkerungsreduzierung auf ein Drittel der ursprünglichen Bevölkerungsdichte vor dem Krieg. Viele Regionen hatten über ein Jahrhundert mit den Folgen des Krieges zu kämpfen und gewannen nur langsam wieder an wirtschaftlicher und sozialgesellschaftlicher Bedeutung. Der 30 jährige Krieg gehört nicht nur wegen seiner Länge, sondern auch wegen seiner verheerenden Auswirkungen zu den schlimmsten Kriegen auf europäischem Boden.

Die Beendigung der Differenzen ging von Deutschland aus und erfolgte im Jahr 1648 mit endgültiger Wirkung. Die Machtpositionen waren geklärt, die Ländereien neu aufgeteilt und die Völker darauf bedacht, das Land wieder aufzubauen und ohne Krieg zu leben.

Spannungsfeld durch politische, religiöse und dynastische Gegensätze

In der Geschichtshistorik wird der 30 jährige Krieg als reiner Religionskrieg bezeichnet. Doch die Ursachen saßen tiefer, wobei die Religionen und deren Uneinigkeit eine nicht zu unterschätzende Position besetzten. Auch politisch – innerhalb der Reiche und außenpolitisch – staute sich lange vor dem Auslöser durch den Prager Fenstersturz Unmut auf.

Der 30 jährige Krieg dauerte so lange, da sich zahlreiche Spannungen entluden und die Aufstände immer stärker und weiträumiger wurden. Die Machthaber wollten ihre Macht und den Einfluss nicht abgeben und die Aufständischen wollen nicht länger in Unterdrückung leben.

Beim 30 jährigen Krieg handelt es sich um eine Kombination aus vier Kriegen, die mit- und nacheinander auf europäischem Boden geführt wurden. Da es keine wirklichen Pausen zwischen den Kriegshandlungen gab und von Frieden keine Rede sein konnte, haben Historiker die vier Konflikte aufgezählt und sprechen von einem Krieg, der 30 Jahre andauerte und ohne Unterbrechung geführt wurde.

Auch wenn einige Historiker die Bezeichnung 30 jähriger Krieg dementieren und von vier einzelnen Konflikten ohne Zusammenhang sprechen, hat sich die Bezeichnung in der Geschichte durchgesetzt und beschreibt diese Konflikte als eine Einheit. Und es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass der Krieg tatsächlich 30 Jahre dauerte und ganz Europa in Angst und Schrecken versetzte, Hungersnöte auslöste und ganze Landstriche auslöschte.

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