Verdauungsprobleme, Stuhlgang, Verstopfung, Magen-Darm, Dickdarm, Dünndarm

  • Durchschnittliche Dauer der gesamten Verdauung: 70 Stunden
  • Durchschnittliche Dauer, die Nahrung im Magen verbringt: 4 Stunden

Die Verdauung im Detail – Eine lange Reise

Die Nahrung nimmt eine lange Reise auf sich, um den menschlichen Körper zu durchqueren. Alles in allem – Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm – ist der Verdauungskanal etwa acht Meter lang.

Während die Nahrung in diesen verschiedenen Organen viel Zeit verbringt und dort eine Bandbreite an Vorgängen abläuft, merkt man als Mensch davon nicht viel.

Großteil der Zeit verbringt die Nahrung im Darm. Deshalb kann es auch schon vorkommen, dass der Stuhlgang einen Tag aussetzt. Man kann erst von einer Verstopfung reden, wenn man die durchschnittliche Dauer der Verdauung ohne Stuhlgang verbringt – also etwa drei Tage.

Leichte Bewegung nach der Mahlzeit regt den Darm an und beschleunigt so die Verdauung. Von Sport ist jedoch abzuraten – denn bei allzu großer körperlicher Anstrengung wird Blut in die Muskeln gepumpt, womit der Verdauungstrakt weniger arbeiten kann.

Wer nach der Mahlzeit wiederum ein Mittagsschläfchen macht, der wird schnell an Gewicht zunehmen. Denn bei körperlicher Inaktivität führt der Körper vermehrt Fettaufbau durch.

Aufenthalt im Magen

Die Dauer, die eine Speise im Magen verbleibt, beträgt zwischen zwei und neun Stunden. Fettige Nahrung, wie rotes Fleisch etwa, verbleibt hier länger als andere Nahrung. Das liegt daran, dass sich solche Nahrung im Magen nur träge bewegt – sie liegt eben schwer im Magen, wie man so sagt. Dadurch, dass diese Speisen länger im Magen verbringen, produziert der Magen auch mehr Magensäure.

Wer glaubt, das könne dem Magen nicht schaden, der irrt sich – die Magenschleimhaut wird ständig von der eigenen Magensäure zersetzt und der Körper muss sie immer wieder erneuern. So kann Nahrung mit hohem Fettgehalt dazu führen, dass der Magen überreizt wird, weswegen man sie bei Magendarmkrankheiten meiden sollte.

Das Gerücht, dass Fleisch Wochen oder sogar Jahre im Körper bleibt, stimmt nicht. Fleisch wird aufgrund seines hohen Fettgehalts etwas langsamer verdaut, aber die Enzyme des Körpers haben kein Problem damit, das Fleisch komplett zu zersetzen und zu verdauen. Jede Nahrung wird von unserem Körper innerhalb von höchstens 120 Stunden restlos verdaut.

Die Aufgaben des Darms

Die Nahrung wird im Magen zersetzt, doch erst im Dünndarm können die Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden. Das Innere des Dünndarms ist mit einer Schicht aus Darmzotten bedeckt, die die Nährstoffe in die Blutbahn weiterreicht. Die Leber unterstützt den Dünndarm bei der Verdauung fetter Speisen, indem sie Gallensäure produziert.

Wenn die Nahrung in den Dickdarm kommt, ist bereits etwa 90% davon verdaut – dennoch verbringt sie hier die meiste Zeit. Hier zersetzen die Darmbakterien die Dinge, die der Magen und der Dünndarm nicht verdauen konnten.

Im Dickdarm befindet sich nämlich die Darmflora des Menschen. Bei diesem Teil der Verdauung entstehen Gase, welche zum Großteil geruchslos sind. Es sind das Methan und andere schwefelhaltige Verbindungen, die bei der Zersetzung von Eiweißen entstehen, die einen unangenehmen Geruch vorweisen.

Außerdem wird im Dickdarm die Flüssigkeit aus der Nahrung entzogen. Je länger die Nahrung im Darm verbringt, desto fester ist der Stuhl am Ende. Bei Durchfall fehlt dem Körper schlichtweg die notwendige Zeit, um der Nahrung die Flüssigkeit zu entziehen. Deshalb ist es so wichtig, bei solchen Krankheiten viel zu trinken.